
Donnerstag, 23. Juli
Raketen und Drohnen über Erbil, politische Gespräche in Ankara und Gefängnisse im Iran
Drohnen- und Raketenangriff auf Erbil
Ronahî: Vor wenigen Augenblicken wurde ein Drohnenangriff auf Erbil durchgeführt. Mehr als vier Drohnen wurden vom Abwehrsystem abgeschossen, doch der Knall der Explosionen versetzte die Bürgerinnen und Bürger in Angst.
Ronahî: Danach gab die Partei für die Freiheit Kurdistans bekannt, dass zwei ballistische Raketen hintereinander auf ihren Stützpunkt Çemşar bei Dareşkeran abgefeuert worden seien. Beide Raketen wurden abgefangen.
Kamîran: Stehen diese Angriffe miteinander in Verbindung?
Ronahî: Den vorliegenden Informationen zufolge ereigneten sich beide Vorfälle innerhalb kurzer Zeit und fanden beide in Südkurdistan statt. Bislang hat jedoch keine Seite die Verantwortung für sie übernommen.
Politische Gespräche in Ankara
Kamîran: Ronahî, der Parlamentspräsident Numan Kurtulmuş hat heute mit vielen Parteien zusammengesessen. Worum ging es in diesen Gesprächen?
Ronahî: Kurtulmuş traf sich mit den beiden Ko-Vorsitzenden der DEM-Partei, Tulay Hatîmogullari und Tuncer Bakirhan, und nahm deren Vorschläge zum Rahmen-Gesetz entgegen.
Ronahî: Er sprach zudem mit dem CHP-Parteivorsitzenden Kemal Kiliçdaroglu und erörterte mit ihm den Friedensprozess und die demokratische Gesellschaft.
Kamîran: Hat Kurtulmuş auch mit anderen Parteien Gespräche geführt?
Ronahî: Ja, er besuchte auch die Gruppe Yeni Yol und führte mit deren stellvertretendem Vorsitzenden Mehmet Emîn Ekmen ein Gespräch.
Die Lage der Gefangenen im Iran
Kamîran: Ronahî, wie ist die Lage der Gefangenen im Iran?
Ronahî: Nach Angaben der Kampagne „Dienstag – Nein zur Hinrichtung“ befinden sich mehr als eintausendfünfhundert zum Tode verurteilte Gefangene im Hungerstreik. Der Streik findet heute in neunundfünfzig Gefängnissen statt.
Ronahî: Andererseits hat das iranische Regime zwei kurdische Aktivistinnen zu sechs Jahren Haft, vier Jahren Verbannung und zweiundsechzig Peitschenhieben verurteilt. Die beiden Frauen wurden während der Demonstrationen im Januar festgenommen.