
Samstag, 5. September
Debatte über Kurdisch-Unterricht in Syrien geht weiter; Vereinigte Staaten verhängen Sanktionen gegen drei türkische Banken
Debatte über Kurdisch-Unterricht
Ronahî: Der Beschluss des syrischen Bildungsministeriums, Kurdisch-Unterricht auf drei Stunden pro Woche zu beschränken, hat in der Region großen Unmut ausgelöst. Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern lehnen diese Entscheidung ab.
Ronahî: Das Ministerium nannte als Begründung den Mangel an wissenschaftlicher Terminologie auf Kurdisch. Die Bevölkerung akzeptiert dieses Argument jedoch nicht und erinnert daran, dass grundlegende Werke in dieser Sprache bereits vorliegen.
Kamîran: Wie du sagtest, geht es nicht nur um die Stundenzahl — die Begründung des Ministeriums wird selbst infrage gestellt.
Ronahî: Das stimmt. In Qamischli, in Derik und in anderen Städten der Cizîre-Region fordert die Bevölkerung vollständigen Unterricht auf Kurdisch, nicht nur als Zusatzfach. Die Einwohner von Derik haben deutlich gemacht, dass sie eine Randstellung ihrer Muttersprache nicht hinnehmen werden.
Ronahî: Schülerinnen und Schüler kündigen an, nicht in die Schule zurückzukehren, bis diese Entscheidung neu bewertet wird. Das bedeutet, dass der Beginn des neuen Schuljahres, der in Qamischli für den sechsten Oktober geplant war, unter dem Schatten dieses Konflikts steht.
Kamîran: Das Thema ist nicht neu — gestern haben wir bereits über den Beschluss zum Kurdisch-Unterricht und die Proteste dagegen berichtet, und heute ist der Unmut noch weiter gewachsen.
Sanktionen der Vereinigten Staaten gegen drei türkische Finanzinstitute
Kamîran: Von der Region wechseln wir auf die internationale Bühne — die Vereinigten Staaten haben heute drei Institute in Istanbul getroffen.
Ronahî: Ja. Das Finanzministerium der Vereinigten Staaten von Amerika hat wegen angeblicher Verbindungen zum Iran Sanktionen gegen drei Finanzinstitute in Istanbul verhängt. Das Office of Foreign Assets Control des Ministeriums gab dies bekannt.
Ronahî: Bei den Instituten handelt es sich um Golden Global Investment Bank und zwei weitere Institute gleichen Namens für Portfolioverwaltung und Leasing. Diese drei Institute wurden nun auf die Liste der sanktionierten Personen und Organisationen aufgenommen. Gleichzeitig erließ das Ministerium eine neue allgemeine Lizenz, die für einen begrenzten Zeitraum bestimmte Transaktionen erlaubt.
Kamîran: Also sowohl Sanktionen als auch ein kleines Zeitfenster für einen begrenzten Zeitraum.
Ronahî: Richtig, das bedeutet, dass einige Transaktionen vorübergehend abgewickelt werden können, die grundlegenden Institute jedoch unter Sanktionen bleiben.
Russischer Angriff auf ein Gesundheitslager in Kiew
Ronahî: In der Ukraine stieg nach einem russischen Drohnenangriff auf die Hauptstadt Kiew schwarzer Rauch auf, und Rettungswagen fuhren zum Einsatzort.
Ronahî: Die Weltgesundheitsorganisation teilte mit, dass bei dem nächtlichen Angriff eines ihrer wichtigsten Lagerhäuser für humanitäre medizinische Güter in der Region Kiew getroffen wurde.
Kamîran: Dies ist ein Ort, der eigentlich außerhalb von Zielobjekten liegen sollte. Wurde jemand verletzt?
Ronahî: Die Organisation gab an, dass keine ihrer Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter verletzt wurden, die Teams aber noch die Schadensbewertung durchführen. Diese Information stammt von Reuters.
Palästinenser in Jerusalem getötet
Kamîran: In Jerusalem ereignete sich heute früh ebenfalls ein blutiger Vorfall.
Ronahî: Die israelische Polizei teilte mit, dass ihre Kräfte im Viertel Bab el-Amud der Altstadt Jerusalems einen palästinensischen Mann erschossen haben. Laut einer gemeinsamen Erklärung von Polizei und Grenzpolizei habe der Mann mit einem Messer auf die Kräfte einstechen wollen, und diese hätten dies verhindert.
Ronahî: Es muss gesagt werden, dass diese Schilderung der Ereignisse ausschließlich von der israelischen Polizei stammt — es gibt keine unabhängige andere Quelle zu diesem Vorfall.
Kamîran: Wir hören also nur eine Seite, und das muss auch so verstanden werden.
Siebenhundertfünfundzwanzig Familien aus Serêkaniyê warten auf Rückkehr
Kamîran: Wir kehren in die Region zurück. Gestern haben wir über die Rückkehr von Vertriebenen aus Serê Kaniyê berichtet, und heute gibt es eine neue Zahl.
Ronahî: Ja. Das Komitee der Vertriebenen aus Serêkaniyê teilte mit, dass siebenhundertfünfundzwanzig Familien auf den Beginn neuer Rückkehrkonvois warten. Das Komitee bereitet vor, diese Konvois wieder zu mehreren Dörfern zu organisieren.
Ronahî: In der Erklärung heißt es, das Ziel sei eine sichere, freiwillige und würdevolle Rückkehr, die nachhaltig sei.
Kamîran: Das ist die Fortsetzung eines Themas, dem wir seit mehreren Tagen folgen.
Antwort von Cemîl Bayik zum Friedensprozess
Ronahî: Der Ko-Vorsitzende des Exekutivrats der KCK, Cemîl Bayik, äußerte sich zum Friedensprozess. In vielen Städten finden in diesen Tagen Gedenkveranstaltungen und Trauerfeiern statt, an denen Tausende teilnehmen.
Kamîran: Was hat Bayik dazu gesagt, ob der Prozess erfolgreich sein kann oder nicht?
Ronahî: Bayik stellte klar, dass man nicht von einem Erfolg des Prozesses sprechen könne, solange Abdullah Öcalan nicht freigelassen werde. Das war seine zentrale Position in der Antwort.