Tagesüberblick

Montag, 14. September

In Kobane stieg die Zahl der Todesopfer des Gefängnisbrandes auf neun und Trauer wurde ausgerufen

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Brand im Gefängnis von Kobane

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Ronahî: Das Feuer brach am Samstag gegen zwei Uhr morgens im Gefängnis von Kobane aus. Der junge Mann namens Ehmed Eqîl, der verletzt worden war, verlor trotz aller ärztlichen Bemühungen sein Leben, und damit stieg die Zahl der Toten auf neun.

Ronahî: Die Behandlung der anderen Verletzten in den Krankenhäusern dauert an. Die Stadtverwaltung rief zwei Tage Trauer aus; seit dem frühen Morgen wurden Geschäfte und Handelsorte, vor allem auf dem zentralen Markt, geschlossen und die Arbeit in der gesamten Stadt ruhte.

Kamîran: Eine ganze Stadt hat also stillgestanden – dieses Bild der gemeinsamen Trauer ist selbst schon eine Antwort auf das Geschehen.

Ronahî: Ja. Und das hängt auch mit einem anderen Vorfall zusammen: nach der Tötung von Sîpan Hiznî, dem Kämpfer der Hesekê-Brigade, und der Verbreitung der Bilder kam es in vielen Städten im Norden und Osten Syriens zu Massendemonstrationen. Gestern haben wir darüber gesprochen; heute lautet die neue Nachricht: siebzehn junge Menschen, die während der zweitägigen Demonstrationen in Kobane von den Sicherheitskräften der Übergangsregierung festgenommen und nach Aleppo gebracht worden waren, sind freigelassen worden.

Kamîran: Und auf politischer Seite gaben viele Institutionen Erklärungen ab.

Ronahî: Der Exekutivrat des Kurdischen Nationalkongresses fordert eine objektive Untersuchung und Rechenschaft von den Verantwortlichen. Die Ko-Vorsitzenden des Exekutivrates der KCK sprachen den Familien ihr Beileid aus und forderten die Regierung von Damaskus auf, von solchen Maßnahmen Abstand zu nehmen. Es muss gesagt werden: bislang wurde keine offizielle unabhängige Untersuchung zur Brandursache bekannt gegeben.

Ronahî: In Girkê Legê veranstalteten die Einwohner ebenfalls einen Fackelmarsch, eine Schweigeminute wurde abgehalten, und Eyhan Murad sprach im Namen der Volksinitiative der Stadt.

DEM-Partei-Delegation aus İmralı zurückgekehrt

2:31

Kamîran: Kommen wir zu einer weiteren Akte, die aus der Türkei kommt.

Ronahî: Die DEM-Partei-Delegation – die Abgeordneten Pervîn Buldan und Mîthat Sancar sowie der Anwalt Faîk Ozgur Erol – ist nach einem Treffen mit Abdullah Öcalan von der Insel İmralı zurückgekehrt.

Kamîran: Der Inhalt des Gesprächs ist noch nicht bekannt, oder?

Ronahî: Richtig. Es wird erwartet, dass die Delegation selbst eine Erklärung zu den Einzelheiten des Treffens abgibt; bis dahin gibt es keine offiziellen Informationen über den Inhalt.

Demonstrationen für die kurdische Sprache

3:03

Ronahî: In der Provinz Hesekê begannen die Aktionen der Schülerinnen und Schüler für die kurdische Sprache am sechsten September und dauern noch an. Die Schülerinnen und Schüler aus Girkê Legê, dem Ort Rimêlan und den umliegenden Dörfern gehen seit sechs Tagen nicht zur Schule.

Ronahî: In Dêrik befindet sich die Sitzblockade, die seit dem zehnten September vor der Yûsif-El-Ezma-Schule begonnen hatte, bereits im vierten Tag. In der Stadt Hesekê versammelten sich Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte an der Ibn-Rişd-Schule mit Transparenten wie „Die kurdische Sprache ist unsere Existenz“.

Kamîran: All das geht auf denselben Beschluss zurück – den wir gestern bereits besprochen haben.

Ronahî: Ja, auf den Beschluss des Bildungsministeriums der Übergangsregierung vom siebenundzwanzigsten August zweitausendsechsundzwanzig, der den Unterricht in Kurdisch auf wenige Wochenstunden beschränkt. Die Forderung der Demonstrierenden ist eine formelle und verfassungsrechtliche Anerkennung der kurdischen Sprache und muttersprachlicher Unterricht.

Ronahî: Auch der Volksrat von Şengal gab eine Erklärung heraus und sagte, ein demokratisches Syrien könne nur durch die Anerkennung aller Bestandteile Stabilität erlangen.

Treffen von El Şeybanî und Fidan in Damaskus

4:14

Kamîran: In Damaskus fand heute ebenfalls ein diplomatisches Treffen statt.

Ronahî: Der Außenminister der syrischen Übergangsregierung, Eseed El Şeybanî, und der türkische Außenminister Hakan Fidan trafen in Damaskus zusammen. Beide Seiten erörterten die Vertiefung der Zusammenarbeit und die Aktivierung der gemeinsamen hohen Ausschüsse für Politik, Wirtschaft und Sicherheit.

Ronahî: Anschließend wurde im Koşka-Tişrîn-Palast eine gemeinsame Pressekonferenz abgehalten.

Kamîran: Dieses Treffen fällt genau in die Woche, in der im Norden und Osten des Landes die Demonstrationen andauern – zwei Linien, die parallel verlaufen.

Sicherheitseinsätze in Helebce

4:52

Ronahî: Die Generaldirektion für Sicherheitsoperationen der Sulaimaniyya gab bekannt, dass in den vergangenen sechsundneunzig Stunden in Zusammenarbeit mit der Sicherheitsbehörde der Provinz Helebce zweiundzwanzig Personen mit Verbindungen zum IS festgenommen wurden.

Kamîran: Aufgrund einer richterlichen Anordnung, nicht nur einer militärischen Operation.

Ronahî: Richtig – laut der Erklärung auf Anordnung des Leiters der regionalen Sicherheitsbehörde und auf Beschluss des Untersuchungsrichters gemäß dem zweiten Absatz des Antiterrorgesetzes. Zwei bewaffnete Gruppen wurden in Gewahrsam genommen; zu den Einzelheiten der Ermittlungen wurden keine weiteren Informationen gegeben.

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