
Sonntag, 20. September
Explosion eines Munitionsdepots in Deir ez-Zor fordert elf Todesopfer
Explosion in Eyaş
Ronahî: Die Explosion ereignete sich gestern im westlichen Ortsteil Eyaş von Deir ez-Zor. Die Sicherheitsbehörden teilten mit, dass die Explosion in einem Munitionsdepot stattfand, das dem Verteidigungsministerium untersteht.
Ronahî: Nach den neuesten Angaben haben elf Menschen ihr Leben verloren und zehn weitere wurden verletzt und ins Krankenhaus gebracht. Die Rettungsarbeiten dauern noch an, daher kann sich die Zahl noch ändern.
Kamîran: Das heißt, am Ort der Explosion wird noch gesucht — das bedeutet, dass die gestrige Bilanz nicht endgültig ist.
Ronahî: Richtig. Stellvertretender Verteidigungsminister der Ostregion Semîr Awso sprach den Angehörigen der Verstorbenen sein Beileid aus, und Sîpan Hemo übermittelte ebenfalls sein Beileid. Bislang wurde die Ursache der Explosion nicht bekannt gegeben und keine Seite hat die Verantwortung übernommen.
Unterricht in kurdischer Sprache
Kamîran: Gestern haben wir über den Beschluss zu Kurdischunterricht gesprochen. Heute hat sich diese Diskussion von den Schulen auf die Straßen verlagert.
Ronahî: Ja. Schülerinnen und Schüler aus Til Temir und den Dörfern um Amûdê haben den Beschluss des Bildungsministeriums der Übergangsregierung abgelehnt — den Beschluss, der den Kurdischunterricht auf drei Stunden pro Woche beschränkt.
Ronahî: Die Schülerin Nûr Xidir aus dem Dorf Silinder sagte, sie habe jahrelang Kurdisch gelernt und geschrieben, und es falle ihr schwer, wieder auf Arabisch zu lernen. Die Schülerinnen und Schüler aus Til Temir wollen, dass die kurdische Sprache einen offiziellen Status erhält und der Unterricht auf Kurdisch stattfindet.
Kamîran: Und es sind nicht nur Schülerinnen und Schüler.
Ronahî: Nein. Die Ältesten der Region Cizîrê erklärten ebenfalls, dass zum Schutz der Muttersprache ein umfassendes Bildungsprogramm notwendig sei, und forderten die offizielle Anerkennung der kurdischen Sprache in der Verfassung. Auf der anderen Seite wollen die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt Sosê im Osten von Deir ez-Zor, dass die Entscheidung zur Schließung der Bildungsverwaltung von Sosê rückgängig gemacht wird, da sie die Verwaltungsdienste der Schulen beeinträchtigt.
Treibstoff, Wasser und täglicher Lebensunterhalt
Kamîran: Die Treibstoffpreise sind ein Thema, auf das wir fast jeden Tag zurückkommen.
Ronahî: Und der Grund ist offensichtlich: die syrische Übergangsregierung erhöht ständig Zölle und Treibstoffpreise, die letzte Erhöhung erfolgte am Morgen des dreizehnten September. Die Preise für Grundnahrungsmittel steigen, während die Einkommen sinken — die Kaufkraft hat deutlich abgenommen.
Ronahî: Die deutlichste Auswirkung zeigt sich in den Dörfern um Hesekê. Ein Wassertankwagen mit tausend Litern kostet jetzt etwa einhundertfünfzigtausend syrische Pfund, zuvor lag er zwischen fünfundsiebzigtausend und einhunderttausend.
Kamîran: Das heißt, in kurzer Zeit fast eine Verdoppelung. Und das ist Wasser, etwas, auf das man nicht verzichten kann.
Ronahî: Tatsächlich. Die Menschen in Hesekê sagen auch, dass Diesel sehr teuer ist und ihr Leben von allen Seiten beeinträchtigt. Die Wasserpreiserhöhung hängt direkt mit der Verteuerung des Treibstoffs zusammen.
Unfälle und Brände auf den Straßen
Ronahî: Eine weitere Nachricht, die mit Straßen zusammenhängt: am Freitag haben in verschiedenen Regionen Syriens drei Menschen bei Unfällen und Bränden ihr Leben verloren und neununddreißig weitere wurden verletzt.
Ronahî: Der Zivilschutz teilte mit, dass allein bei zwanzig Verkehrsunfällen drei Menschen ihr Leben verloren und siebenunddreißig weitere verletzt wurden, und außerdem wurden neunundfünfzig Brände gelöscht. Auf der Straße Qedmûs–Banyas wurden bei einem Unfall zweiundzwanzig Menschen verletzt.
Kamîran: Und ich habe gehört, dass es auch in unserer Region ein solches Ereignis gegeben hat.
Ronahî: Ja, auf der internationalen Straße M vier, zwischen Til Temir und Qamişlo, geriet ein Benzin-Tankwagen während der Fahrt in Brand. Das Fahrzeug brannte vollständig aus und der Fahrer verlor sein Leben.
Treffen von Mazlûm Ebdî in Aleppo
Kamîran: Wir kommen nun zum politischen Bereich.
Ronahî: Der Berater der syrischen Präsidentschaft Mazlûm Ebdî traf im Rahmen seiner Reise in die Provinz Aleppo mit dem Berater der Präsidentschaft für Stammesangelegenheiten, Cîhad Îsa El Şêx, zusammen. Die jüngsten Entwicklungen sowie regionale und Stammesprobleme wurden besprochen.
Ronahî: Zuvor traf sich Ebdî mit dem Gouverneur von Aleppo, Ezam El Xerîb, im Regierungsgebäude. An diesem Treffen nahmen auch die kurdische Politikerin Îlham Ehmed, der Kommandeur der Liwaya Kobanê Mehmûd Berxwedan und das Mitglied des Einigungskomitees Xeznê Nebî teil.
Kamîran: Der genaue Inhalt dieser Treffen ist noch nicht bekannt gegeben worden, wie man versteht.
Ronahî: Richtig — bisher wurden nur allgemeine Überschriften gemeldet, kein konkretes Ergebnis.
Deutschland und das Aufenthaltsrecht von Syrern
Ronahî: Und eine Nachricht aus Europa: Das Bundesinnenministerium plant, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zu bitten, die Schutz-Aufenthaltsrechte einer großen Zahl von Syrern neu zu prüfen.
Kamîran: Das ist noch ein Plan, keine Entscheidung, die bereits in Kraft getreten ist.
Ronahî: Genau so. Laut Regierungsquellen, die in einer Schweizer Zeitung zitiert wurden, können die Anweisungen nach der Wahl des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern erteilt werden. Weder eine konkrete Zahl wurde genannt noch die Prüfungsmethode.