
Montag, 31. August
Mehdî Zana in Amed beigesetzt; in Rojava Proteste gegen Beschränkung der kurdischen Sprache
Mehdî Zana beigesetzt
Kamîran: Gestern haben wir Ihnen berichtet, dass der kurdische Politiker Mehdî Zana sein Leben verloren hat. Heute wurde er beigesetzt.
Ronahî: Ja. Zana, der ehemalige Bürgermeister von Amed, wurde wegen einer COPD-Erkrankung längere Zeit in einer Privatklinik in Amed behandelt und verlor gestern Abend sein Leben.
Ronahî: Heute fand zunächst vor dem Gebäude der Großstadtgemeinde Amed eine Zeremonie statt, danach wurde der Sarg mit Blumen und Gebeten auf dem Friedhof Yenîkoy beigesetzt.
Kamîran: Und einige kurdische Organisationen haben auch Kondolenzbotschaften veröffentlicht, nicht wahr?
Ronahî: Ja. Der Ko-Vorsitz des Exekutivrats der KCK sagte, dass Zanas Sehnsucht nach der Freiheit des kurdischen Volkes und einem demokratischen Türkei sicher erfüllt werde. Der Exekutivrat der KNK sagte zu ihm: ‚Wir werden in Ihren Fußstapfen gehen, wir werden Ihre Vermächtnisse erfüllen.‘
Protest gegen die Einschränkung des kurdischen Unterrichts
Kamîran: Heute gab es in vielen Teilen von Westkurdistan Proteste. Das Thema ist ein bildungspolitischer Beschluss.
Ronahî: Richtig. Die syrische Übergangsregierung hat am siebenundzwanzigsten August eine Änderung der Verwaltungsregeln des Bildungsministeriums vorgenommen. Dieser Beschluss erkennt die kurdische Sprache als ‚Nationalsprache‘ an, doch Kritiker sagen, er beschränke sie auf drei bis vier Stunden pro Woche oder mache sie zum Wahlfach.
Kamîran: Und das kommt genau vor Beginn des neuen Schuljahres.
Ronahî: Ja. In Amûdê marschierten Hunderte von Schülern, Lehrkräften und Familien mit Transparenten wie ‚Unsere Sprache ist unsere Existenz‘. In Hesekê organisierten Lehrerinnen und Lehrer eine Aktion vor dem Gebäude der Bildungsdirektion.
Ronahî: Die Universität Rojava in Qamişlo gab eine Erklärung ab und sagte, Muttersprachenunterricht sei ein akademisches und menschliches Recht, das in internationalen Verträgen geschützt sei. Kongra Star sagte, die Einschränkung sei ‚niemals akzeptabel‘ und die kurdische Sprache sei kein Verhandlungsgegenstand.
Kamîran: Wie ist die Lage der Lehrkräfte in den anderen Gebieten unter Kontrolle der Türkei und ihr nahestehender Gruppen, wie in Efrîn?
Ronahî: Auch dort ist unklar. In den Stadtteilen Şêx Meqsûd und Eşrefiye von Aleppo und in der Region Efrîn ist die Zukunft der kurdischsprachigen Lehrkräfte trotz zugesicherter Entlassungsschutzmaßnahmen bisher unbeantwortet geblieben.
Artilleriebeschuss in Siwêdayê
Ronahî: In Syrien wurden Stadtteile im Westen der Stadt Siwêdayê beschossen.
Ronahî: Nach Angaben des Syrischen Menschenrechtsbeobachtungszentrums landete eine Mörsergranate, die aus Gebieten unter Kontrolle der Übergangsregierung abgefeuert wurde, in landwirtschaftlichen Feldern. Zwei Menschen verloren ihr Leben — eine aus der Region Cizîrê stammende Vertriebene namens Asya und ein Traktorfahrer. Zwei weitere Personen wurden verletzt.
Kamîran: Diese Informationen stammen aus einer Quelle, und wir hören bisher nur eine Seite dieses Vorfalls.
Ronahî: Richtig, dies ist die Bilanz der Beobachtungsstelle und wir kennen die Reaktion der anderen Seiten nicht.
Angriffe Israels im Süden Syriens
Kamîran: Und in derselben Region gibt es auch eine militärische Bewegung Israels — an zwei verschiedenen Orten.
Ronahî: Ja. Israelische Kräfte betraten das Gebiet Qesarat des Dorfes Cubata El-Xeşeb im Norden von Qunêtra. Dort wurden Arbeiter durchsucht und ihre Ausweise fotografiert, um Identitäten zu registrieren.
Ronahî: Am selben Tag betrat ein israelischer Patrouillenwagen mit drei Militärfahrzeugen den Wadî El-Reqad im Westen von Deraa, begleitet von Tiefflügen von Hubschraubern. Diese Bewegungen in der Nähe der Grenzlinie dauern an.
Iran: Strafe und die Straße von Hormus
Kamîran: Wir wechseln nach Iran. Wieder gibt es eine Nachricht über ein langes Urteil gegen eine Aktivistin.
Ronahî: Ja. Die dreiundzwanzigjährige Studentin Necmeh Emînî wurde zu mehr als zwölf Jahren Haft verurteilt. Das Gericht lud auch fünf aserbaidschanische Aktivisten vor. Der Druck auf Studierende und Aktivisten dauert an.
Kamîran: Und in der maritimen Sicherheit gibt es auch etwas Neues.
Ronahî: Ja. Nach Angaben einer verantwortlichen Quelle hat Iran die Durchfahrtsbedingungen in der Straße von Hormus verschärft und in der vergangenen Woche dreißig Schiffen die Passage verweigert. Es heißt, der Schiffsverkehr und der Handel dort seien fast zum Stillstand gekommen.
Fähre bei Gîrneyê gesunken
Ronahî: Und eine letzte Nachricht aus Nordzypern: Eine Fähre mit etwa einhundertsiebzig Passagieren an Bord sank heute Morgen vor der Küste von Gîrneyê.
Kamîran: Einhundertsiebzig Menschen — das ist eine große Zahl. Gibt es Informationen über Todesopfer?
Ronahî: Bislang nein. Das Gesundheitsministerium Nordzyperns sagte, der Vorfall ereignete sich am Sonntagmorgen und Such- und Rettungsteams hätten schnell eingegriffen, bisher jedoch keine Bilanz vorgelegt.